|
|
„Die Matura ist ein “Türöffner.” Sie ermöglicht es viele Berufe anzustreben, die ohne sie nicht in Frage kommen. Wer die Matura im Sack hat, kann auf eine grosse Allgemeinbildung zurück greifen.“
Philipp Stähelin hat an der Universität Freiburg Recht studiert. Für die Juristerei hat sich der CVP-Ständerat entschieden, weil sie viele Berufsmöglichkeiten bietet. So hat der Jurist auch schon unterschiedliche Berufe ausgeübt wie Staatsschreiber, Verwaltungsgerichtspräsident, Regierungsrat oder Anwalt.
Ob er eine Kantonsschule besuchen soll oder nicht, stand für den erfolgreichen Mann nie zur Diskussion. Stähelins Vater war auch ein Rechtsanwalt und späterer Regierungsrat, Stähelins drei Geschwister besuchten auch alle das Gymnasium und waren ihm Vorbild. “Es war für mich der natürliche Weg.” So war es ebenso selbstverständlich, dass auch seine fünf Kinder die Kantonsschule besuchten. Zu seinen ehemaligen Mitschülern aus der Kantizeit pflegt der Frauenfelder nur noch wenig Kontakt – dies im Gegensatz zu seinen Studienkollegen. Gerne erinnert er sich noch an die Kantonsschulzeit zurück. “Meine Lieblingsfächer waren Geschichte und Biologie.” Eine Maturaarbeit musste er damals noch nicht schreiben. Die Frage, ob er erneut eine Kanti besuchen würde, beantwortete er mit einem klaren “Ja”. Beim Sinnieren über ehemalige Lehrer schwingt viel Ironie mit – lassen wir deshalb dieses Kapitel ruhen.
Stähelin bezeichnet die Kantonsschule als “Türöffner”. Das Erringen der Matura mit Latein war Pflicht, um seinen Traumberuf Jurist zu erreichen. Doch nicht jeder, der ein Gymnasium absolviert, eignet sich als Rechtsanwalt. Systematisches Arbeiten wird vorausgesetzt. Auch sollte ein Anwalt neugierig und offen sein. Ein Anwalt handelt im Interesse der Klienten, denkt aber zugleich auch immer an die Verwirklichung des Rechts und der Rechtsordnung. In der Mittelschule dachte Philipp Stähelin noch keineswegs an eine Karriere als Politiker, sondern erst später während des Studiums. Es sei auch besser so, da jeder, der früh ein hohes politisches Amt anstrebt, meistens Enttäuschungen erfährt. Allgemeinbildung ist für den CVP-Politiker wichtig: „ Bildung ist eine entscheidende Grundlage der Entwicklung der Gesellschaft, der Wirtschaft und des ganzen Landes.” Als Regierungsrat des Kantons Thurgau war Philipp Stähelin stellvertretender Chef des Departements für Erziehung und Kultur – heute beschäftigt er sich als Präsident der Finanzkommission des Ständerats vor allem mit der finanzielle Seite der Bildung. „Und das sind happige Zahlen!“ fügt er an. Der sportliche Philipp Stähelin und Oberst im Generalstab und Regimentskommandant ausser Dienst hat neben seinem anspruchsvollen Beruf nur noch wenig Zeit für Hobbys. “Ich muss dennoch meinen Bewegungsdrang ausleben”. So nimmt er sich die Zeit für Schwimmen oder Skifahren.
Nina Kayser und Kariem Hussein, Kantonsschule Kreuzlingen
Der Publizierte Text steht auch als .pdf zum downloaden zu Verfügung
| Philipp Stähelin / pdf / |
