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Name:

Peter Stamm

Alter:

45 Jahre

Heutige Tätigkeit:

Schriftsteller

Besuchte Kantonsschule:

TSME Frauenfeld (Zweitweg Matura)

Schwerpunktfächer:

Mathematik, Physik

Studium:

Einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie

weitere Ausbildungsstationen

Kaufmännische Lehre

"Die Kantizeit war eine strenge aber auch eine unbeschwerte Zeit. Wir vertrugen uns gut in der Klasse und die gemeinsame Anstrengung schweisste uns zusammen."

In seiner Jugend begeisterte sich der Schweizer Schriftsteller Peter Stamm für Berufe wie Koch oder Fotograf, doch schon nach kurzen Schnupperlehren wurde ihm klar, dass er dafür nicht geschaffen ist. „Bei den Köchen war mir die ganze Atmosphäre zu rau, beim Fotografen war mir die Arbeit zu monoton“, meint er rückblickend.

Schliesslich entschied er sich für eine kaufmännische Lehre: „Es war wohl die naheliegendste Ausbildung für jemanden, der gut in der Schule ist, aber nicht wirklich wusste, was er machen will.“ Doch die abgeschlossene Lehre reichte dem ehrgeizigen jungen Mann nicht: “Ich merkte schnell, dass mir eine Buchhalterlaufbahn nicht genügen würde.“ Um seinen Wissensdurst zu stillen, stellte sich Peter Stamm einer neuen Herausforderung: Die Matura für Erwachsene, die so genannte „Zweitwegmatura“. Im Sommer 1983 begann er an der Kantonsschule Frauenfeld mit der Zweitwegmatura. Viele Leute sehen darin einen Nachteil gegenüber dem regulären Bildungsweg. Peter Stamm erkennt aber rückblickend den Vorteil, dass sie alle sehr motiviert waren, da sie die Schule aus eigener Überzeugung besuchten. Heute hat ein Kantonsschüler die Wahl zwischen verschiedenen Schwerpunktfächern, auf die er sich spezialisieren kann. „Ich war gut in Sprachen, da ich ein Jahr in Paris gelebt hatte und auch Englisch gut sprach“, also wählte er den Schwerpunkt Mathematik und Physik. „Eine Zeit lang wollte ich auch eines dieser Fächer studieren, aber ich merkte schnell, dass da nicht wirklich mein Talent lag.“ Zusammenfassend hat Peter Stamm nur positive Erinnerungen an seine Kantizeit. „Es war eine strenge aber auch eine unbeschwerte Zeit. Wir vertrugen uns gut in der Klasse und die gemeinsame Anstrengung schweisste uns wohl auch zusammen.“

 

Wie für jeden Kantischüler stellte sich nach der Matura auch für Peter Stamm die Frage nach dem Studium. „Ich wollte ja Schriftsteller werden und überlegte mir einfach, welches Wissen ich für diesen Beruf brauchen könnte.“ So studierte er einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und besuchte Vorlesungen von Kunstgeschichte über Musiktheorie bis zur Veterinärmedizin. Doch Stamm schloss keinen dieser Studiengänge ab. „Das Studium habe ich ganz bewusst abgebrochen, um mich ganz dem Schreiben zu widmen. Es war nicht eine Kapitulation. Ich hatte einfach das Gefühl, das genügt.“ Deshalb würde er auch seinen Kindern empfehlen, „dass sie das machen, worauf sie Lust haben, was sie interessiert. Und dann nicht zu schnell aufgeben, wenn es schwierig wird. Man kann jeden Beruf mit Begeisterung machen.“ Während seines Studiums sammelte Stamm Erfahrungen als Praktikant in mehreren psychiatrischen Kliniken. „Alles was ich gemacht und erlebt habe, fliesst in meine Bücher ein. Die Arbeit in der Psychiatrie wohl nicht stärker als andere Jobs. Das ist ja das Schöne an der Literatur: Jede Erfahrung, die man macht, kann zu etwas führen.“ Gleichzeitig könnte Peter Stamm keines seiner eigenen Bücher weiterempfehlen: „Begegnungen mit Büchern sind wie Begegnungen mit Menschen. Man weiss nie im Voraus, welche gelingen wird. Diese Arbeit müssen die Leserinnen und Leser schon selber machen.“

 

Pascal Burkhard und Dominic Lutz, Kantonsschule Kreuzlingen

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